Schönes Erbe, nachhaltig bewahrt
Santo Domingo, die älteste von Europäern errichtete Stadt der Neuen Welt, bemüht sich um Bewahrung architektonischer Schätze. Ein schönes Beispiel dafür ist das neue Kimpton Las Mercedes Hotel, das nachhaltiges Neues hinter historische Fassaden setzt.
Offiziell gegründet wurde Santo Domingo zwar erst 1498 von Christoph Kolumbus‘ Bruder Bartolomeo. Siedlern aus Europa gefiel’s dort, an der Südküste der Karibik-Insel Hispanola, aber schon 1496 wunderbar. Fest steht: Die Hauptstadt der Dominikanischen Republik ist die älteste von Europäern errichtete Stadt in der Neuen Welt. Und die Metropole, in deren Ballungsraum heute fast vier Millionen Menschen leben, hat viel zu bieten. Vor allem eine historische Altstadt, die seit 1990 zum UNESCO Weltkulturerbe zählt und derzeit neu belebt wird. Unter anderem mit Projekten wie dem Kimpton Las Mercedes Hotel.
Einst & Jetzt, klug kombiniert
Um Restaurierung allein geht es den Planern der Umgestaltung des historischen Viertels nicht. Ihr Ziel ist es vielmehr, ihm sein ursprüngliches Wesen wiederzugeben und es zugleich an heutige Bedürfnisse anzupassen: Die Kolonialstadt soll zu einem verkehrsberuhigten, begrünten und lebenswerten Modell für die Koexistenz von Vergangenheit und Gegenwart werden.
Ein Ansinnen, zu dem perfekt passt, was die Architekten des neuen Kimpton Las Mercedes Hotels geschaffen haben. Denn das international tätige, in Madrid ansässige Büro Moneo Brock hat den Zauber alter Mauern erhalten, ihnen jedoch auf nachhaltige Art zeitgemäßes Leben eingehaucht.
Kolonialzeit-Flair für alle
Im Herzen des geschichtsträchtigen Zentrums gelegen, interpretiert das 130-Zimmer-Hotel das reiche Erbe der Kolonialstadt neu. So hat das Moneo Brock Team etwa einen historischen Block mit einem öffentlichen Innenraum versehen.
Wir sehen jede Aufgabe als eine Gelegenheit, ein einzigartiges Bauwerk zu schaffen, das einen Teil der Welt verändern kann. Unabhängig von seiner Größe.
Moneo Brock Architects
Die ursprünglichen Fassaden des Gebäudes wurden bei der Umgestaltung respektvoll renoviert, zugleich aber auch moderne Elemente eingebracht, die mit der urbanen Umgebung harmonieren. Und neue erhöhte Strukturen sowie zusätzliche Innenhöfe wurden hinzugefügt, ohne dafür massive architektonische Veränderungen vorzunehmen.
Materialien aus der Region, begrünte Innenhöfe und öffentliche Freiflächen machen das Kimpton Las Mercedes Hotel zu mehr als einer reinen Gäste-Unterkunft. Es wirkt eher wie eine begehbare Oase – ein „grüner Block“, der nicht nur Gästen Freude macht, sondern auch die Gemeinschaft im Viertel fördert.
Durchdachte Grün-Oase
Der zentrale Innenhof ist ein wesentliches Merkmal der ursprünglichen Struktur. Auch seine typische Vegetation wurde bei der Renovierung sorgfältig erhalten. Dieser Bereich ist nun das Herzstück des Hotels. Ein Ort, an dem die Verbindung von Natur und kolonialem Erbe deutlich spürbar wird. Die umliegenden Korridore maximieren Lichteinfall und Querbelüftung und schaffen eine ruhige, tropische Atmosphäre.
Alle Zimmer verfügen über Balkone mit Blick auf die Innenhöfe. Manche auch über private Terrassen mit Whirlpools. Für Extra-Komfort stehen den Gästen auf dem Dach eine große Sonnenterrasse mit Swimmingpool, ein Fitnessraum und andere Annehmlichkeiten zur Verfügung. Dort eröffnet sich auch spektakulärer Blick auf das Meer und das historische Viertel.
Holz für Klima & Komfort
Im Inneren des Kimpton Las Mercedes Hotels haben die Moneo Brock Gestalter durch Verwendung lokaltypischer, nachhaltiger Materialien für authentische Ästhetik gesorgt: Sorgfältig ausgewähltes Holz gewährleistet nicht nur geringen CO2-Fußabdruck, sondern dient mit seinen isolierenden Eigenschaften auch dem Komfort im tropischen Klima der Region. Und Travertin und Keramik tragen zum „Kolonialzeit-Feeling“ bei.
Das 1993 in New York von Architektin Belén Moneo und ihrem Kollegen Jeffrey Brock gegründete Büro Moneo Brock hat sich der Umsetzung nachhaltiger Lösungen verschrieben. Und in einer Teambeschreibung wir betont: „Wir sehen jede Aufgabe als eine Gelegenheit, ein einzigartiges Bauwerk zu schaffen, das einen Teil der Welt verändern kann. Unabhängig von seiner Größe.“
Weit mehr als Renovierung
Ideale Voraussetzungen für die gelungene Verwandlung eines historischen Bauwerks in Santo Domingos altem Viertel, wo Initiativen zur Restaurierung markanter Denkmäler ganz oben auf der Agenda stehen. Und zwar, wie erwähnt, über die bloße Wiederherstellung hinaus. Dazu zählen etwa auch bedeutende bauliche Zeitzeugen wie die Ruinen des Klosters San Francisco oder die Plaza de España.
Das verhältnismäßig kleine Hotelprojekt hat diesen Bemühungen ein kleines Juwel hinzugefügt, das Gäste mit dem kulturellen Erbe der Stadt verbinden soll. Und es folgt dem Trend, Historisches zu bewahren, zugleich jedoch zeitgemäß nutzbar zu machen.
Die Lust auf Logis mit Geschichte
Ein Konzept, das inzwischen bereits vielerorts für begehrte, besondere Reiseerlebnisse garantiert, die den Hauch früher Epochen spürbar machen. Wie etwa auch im Fall der 700 Jahre alten, zum modernen Luxus-Hotel gewordenen Villa „Ca‘ di Dio“ in Venedig oder des indischen Fort Barwara aus dem 14. Jahrhundert, das jetzt zu den Top-Adressen der Six Senses Hotelgruppe zählt.
City-Highlight Kimpton Las Mercedes
An Zusatzangeboten fehlt es dem Kimpton Las Mercedes Hotel nicht. So stehen neben Restaurants, Pool und Fitness-Zonen auch Veranstaltungs- und Tagungsräume sowie ein Saal für Hochzeiten und Events zur Verfügung. Und mit seinem Mix aus Luxus, Geschichte und Nachhaltigkeit kann das Haus absolut als eine der ersten Adressen Santo Domingos gelten. Als neues Highlight der ältesten, von Europäern errichteten und bis heute faszinierenden Stadt der Neuen Welt.
Text: Elisabeth Schneyder
Bilder: Sergio Lopez